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Tag 6 - Von Zut in die Bucht von Telascica
Nach dem vorangegangenen harten Seetag ließen wir es ruhig angehen. Der Tag startete mit einem entspannten Frühstück in der Morgensonne von Zut. Die Mehrheit der Crew war für eine gemütliche Etappe in die nicht weit entfernte Naturbuch Telascica auf der Insel Dugi Otok. In der Marina war es fast windstill und unser gemächliches Tempo sorgte dafür, dass wir das nahezu letzte Boot waren, dass Zut an diesem Vormittag verließ. Selbt die Schweden waren vor uns ausgelaufen. Bei kaum vorhandenen Wind kreuzten wir dann zwischen Zut und Pasman um dann bei immer stärkeren Winden aus Nordost steil in Richtung Dugi Otok zu kreuzen. Die Sonne brannte unbarmherzig auf Deck, aber der Fahrtwind sorgte für ein entspanntes Klima, dem so gut wie alle unsere WodkaBull Vorräte zum Opfer fielen. Zusätzlich wurden auch noch auf einen Schlag drei Tüten Chips vernichtet. Bei sämtlichen Folgen “Apres Ski Hits” in “heavy rotation” wurde unser Cruiser zum Partyschiff. Wir durchquerten die Meerenge zwischen der Südspitze von Dugi Otok und Katina gegen Mittag in die umgekehrte Richtung wie am Vortag. Da noch genug Zeit war und enorme Lust am Segeln bestand, machten wir uns bei gutem Wind auf die westliche Steilküste von Dugi Otok zu besichtigen. Aus dem gemütlichen kreuzen war schon lange sportliches Segeln geworden. Vorbei an der Leuchtturminsel von Sestrica kreuzten wir auf die offene See und segelten entlang der Westküste von Dugi Otok hinauf in Richtung Norden. Der Wellengang war nicht besonders hoch und so stach die Bela in herrlichem Sonnenschein elegant in Richtung Horizont durchs Wasser.
Nach mehren Wendemanövern steuerten wir geradewegs auf die nördliche Spitze der Steilküste von Dugi Otok zu, der wir uns bis auf nur wenige Meter näherten. Die steilen Felswände ragten rund 100m über dem Meer und unserem Boot empor und boten ein imposante Ausblicke. Wir segelten in etwa 2-3 Nm an der Steilküste entlang. Gegen Nachmittag, während eines kleinen Mittagessens auf hoher See waren wir bereits wieder auf der Rückfahrt an die Südspitze von Dugi Otok, um in die avisierte Bucht von Telascica anzusteuern. Gegen 17 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht und kreuzten auf unseren sicheren Ankerplatz in einer kleinen Seitenbucht der Telascica, genannt Mir Bucht zu. Wieder einmal stand bei näherer Lektüre der Segelführer und Karten eine Eintrittsgebühr in die Bucht Telascica an, die für 4 Personen 240 Kuna betrug. Einmal mehr wurde man das Gefühl nicht los, dass Kroatien seine Segelgäste aus beliebigen Gründen ordentlich schröpft. Die langgestrecke, fjordähnliche Bucht bot ein sehr schönes Panorama grüner Hügel und Felskanten, die nahezu unbewohnt um die stillen Wasser ragten und diese wie einen Bergsee erscheinen ließen.
Die kleine Mir Bucht beherbergte ein Restaurant vor dem etwa 10 Bojen zum festmachen ausgelegt waren. Bis auf uns waren noch weitere vier Segelboote und ein großes Ausflugsschiff in der Bucht. Kaum hatten wir festgemacht kam auch schon ein Motorboot mit zwei Parkwächtern zum Abkassieren. Da unsere Dingi keinen Motor besaß und die Strecke bis ans Ufer rund 100m betrug, ergriffen wir die Gelegenheit und ließen uns von den Parkwächtern an Land ziehen. Am Restaurant angelandet wurden wir von einer Deutschen Reisegruppe, die offenbar mit dem Ausflugsschiff gekommen gekommen waren, intensiv gemustert. Nur wenige hundert Meter den Berg hinauf standen wir an der Steilküste, vor der wir 4 Stunden zuvor noch mit unserem Boot gekreuzt hatten. Dem steinigen Weg weiter folgend passierten wir eine Herde wilder Esel, die gemütlich grasten. Hinter einer Kuppen folgten wir dem steilen Weg hinunter zu einem natürlichen Salzsee, der durch das Karstgestein aus dem 70m darunterliegenen Meer gespeist wird. Die Wanderwege waren fast menschenleer und nach ein paar Minuten am See machten wir uns auf den Rückweg zur Bucht. Unser Dingi war offfiziell nur für 2 Mann zugelassen und diesmal hatten wir niemanden der uns zum Boot zog. So mussten wir in zwei Schichten aufs Boot paddeln. Der “Skipper” und “Kampftaucher Braun” machten den Anfang. Die am Restaurant verbliebenen tranken einen Kaffee und nutzten die Toilette bis der “Skipper” wieder herübergerudert kam um alle an Bord zu bringen.
Danach folgte ein spärliches Abendessen, das aus ein paar Gurkenscheiben und einheimischen Würstchen bestand, die einem Deutsche Saitenwürstchen als absolute Delikatesse erscheinen lassen. Da auch noch der Senf rationiert war drehten sich die Gespräche schnell um das nächste Abendessen in Zadar, wo wir das gleiche Restaurant wie bei der Ankunft aufsuchen wollten, um die köstlichen gegrillten Tintenfische nochmals zu genießen. Immerhin bot die Natur uns einen wundervollen Sonnenuntergang vor imposanter Naturkulisse. Die Farben des Himmels wechselten von rot und orange hinein in ein zartes Lila, dem langsam die nacht folgte. Mittlerweile waren drei Viertel der Crew erkältet. Deshalb fand das Gelage nach dem Abendessen ohne den “Zahlmeister” statt. Der Rest der Crew hatte sich vorgenommen so wenig wie möglich hochprozentige Getränke wieder mit nach Deutschland zu nehmen. Deshalb wurden sowohl der “Eselsschnaps”, als auch der komplette Colaflaschenwein vernichtet. Vom Slibowitz wurde noch ein Rest in der Flasche belassen, nachdem “Kampftaucher Braun” die Schnapsidee vom Pflaumenmus im Slibowitz zur Realität werden ließ. Der Ekel war selbst im stark angeheiterten Zustand nicht überbrückbar, so daß der Genuß von Pflaumenmus im Slibowitz den Endpunkt des Betrinkens kennzeichnete.
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