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Tag 4 - Von Skradin nach Zirje
Der Tag begann mit Regen. Anfangs war es ein leichtes Nieseln und ging dann über zu einem heftigen Schauer. Wir mußten ganz entgegen unserer bisherigen Gewohnheit im Schiff frühstücken. Immer wieder machte uns ein Blick nach draußen Mut, daß es eventuell doch noch ein schöner Tag werden könnte. Die Wolken waren zwar Schwarz und dicht, jedoch hier und da von kleinen Lücken durchbrochen, durch die der hellblaue Himmel Kroatiens schimmerte. Die Schauer hatten sich dann auch nach einiger Zeit verzogen, so dass wir den geplanten Besuch des Nationalparks Krka mit seinen Wasserfällen in Angriff nehmen konnten.
Wer den Nationalpark Krka besuchen wollte, konnte bis nach Skradin noch mit dem eigenen Boot schippern. Danach war man auf Ausflugsboote angewiesen, die vom Hafen aus starteten. Um viertel vor neun machten wir uns bereit um das Schiff um 09:00 Uhr rechtzeitig zu erreichen. Während “Skipper”, “Zahlmeister” und “Kampftaucher Braun” den ca. 5 minütigen Weg zum Ausflusdampfer um 08:53 Uhr mit ausreichend Zeitreserve nahmen, verschwand der “local guide” mit südländischer Gelassenheit erstmal im Toilettenbereich der Marina und war trotz Wartens der Crew verschollen. Da das Boot um 10:00 Uhr auf jeden Fall erreicht werden sollte, machte man sich von Nervosität und deutschem Pünktlichkeitsempfinden ohne “local guide” auf den Weg. Der Rest der Crew hatte ihn am Ausflugsboot angekommen schon abgeschrieben, als er letztendlich doch noch recht gemütlich antrabte. Die Schlange vor dem Boot war mit exakt mit der Verspätung des “local guide” aufs Boot gelassen worden, sprich alle Hektik war umsonst – njema problema.
Das Boot war gut gefüllt mit vielen bekannten Gesichtern aus dem Yachthafen von Skradin. Während die fünfzehnminütige Fahrt zum Nationalpark noch umsonst war, war an den Wasserfällen angekommen wieder einmal zahlen angesagt. Der Preis von rund 10 Euro pro Person war wie bei so vielen Dingen hier in Kroatien weit weniger günstig wie gedacht. Das Wetter war weiterhin bescheiden, die Laune trotzdem gut. Die Wasserfälle ergießen sich über mehrere Terrassen von ca. 50m Höhe ins Tal. Über verschiedene Wege rund um die Fälle konnte man jede dieser Terrassen zu Fuß erkunden und entdecken. Die unglaublichen Wassermassen, die sich hier gen Meer stürzen schufen eine Landschaft, die in ihrer Vegetation einem Regenwald gleicht. Gegen 11 Uhr hatten wir den Wasserfall einmal umwandert, genug Fotos geschossen und wollten wieder an Bord der Bela. Das Wetter war immer noch durchwachsen, aber in Richtung Meer sah es viel versprechend aus. So bestiegen wir die nächste Ausflugsfähre zurück nach Skradin. Dort angekommen nahmen wir Proviant (Wodka) auf und tuckerten alsbald wieder in Richtung Sibenik. Auf der Hinfahrt war die Idee entstanden bei einer der vielen Muschelzuchten entlang des Kanals frische Muscheln einzukaufen, um diese dann an Bord der Bela zu einem köstlichen Abendessen zu verarbeiten. Der “Skipper” hatte seinen Sachverstand hinsichtlich Zubereitung durch diverse theoretische Ausführungen unter Beweise gestellt und so waren wir bereit kiloweise Miesmuscheln aufzunehmen. Leider schienen die meisten Muschelzüchter im Moment unserer Passage ihrer Zuchtstationen zu meiden. Kurz vor Sibenik erspähten wir schließlich durchs Fernglas einen Muschelzüchter bei der Arbeit und erstanden doch noch 5 Kilo Miesmuscheln zum sagenhaften Preis von 75 Kuna (ca. 10 Euro). Damit war nun auch klar, daß wir uns für die Nacht eine kleine einsame und geschützte Bucht aussuchen würden, um dort vor Anker zu gehen. Wir befanden uns auf dem Weg zum Kornati Nationalpark und wollten je nach Vorankommen eine möglichst günstig gelegene Bucht ansteuern.
Nachdem wir den Kanal der Sibenik mit dem offenen Meer verband durchquert hatten setzten wir Segel und hatten Glück mit dem Wind. Wir passierten die Insel Zlarin und steuerten die Bucht Vela Stupica an der Südküste der Insel Zirje an. Dort gab es laut Karte Bojen zum festmachen. Leider war die Bucht wie schon aus der Entfernung feststellbar war nicht so einsam wie gedacht. Ein anderes Boot lag noch in der Bucht und es sollten noch mehr werden. In der Bucht angekommen, machten wir an einer der gepflegten Bojen fest. Das Wasser war kristallklar, die Küste leider sehr vermüllt, eine alte Festung oben auf einem Hügel ließ den Ausblick doch malerisch erscheinen. Man durfte einfach nicht so genau hinsehen. Just in dem Moment in dem wir festgemacht hatten besserte sich das Wetter zusehens und wir konnten ein paar wärmende Sonnenstrahlen genießen. Der “local guide”, “Kampftaucher Braun” sowie der “Zahlmeister” machten sich mit dem Beiboot auf zum Landgang. Die Insel war nahezu unbewohnt und nur karg bewachsen. Wir wanderten hinauf zur Festungsruine und genossen den Ausblick rund um die Bucht. Dabei konnten Sie zwei weitere Boot beobachten die auf die Bucht zusteuerten. Mit gesammeltem Tymian und Rosmarin gingen wir wieder an Bord. Die ankommenden Boote waren zwei slowenisch besetzte Bavaria 46 die schon beim Anlegen durch einiges an Lautstärke der Einsamkeit der Bucht ein Ende bereiteten.
Die Crew hatte jetzt erst einmal Hunger. Es mussten nun Muscheln geputzt werden während der Skipper einen leckeren Sud aus Zwiebeln, Knoblauch, und Weißwein vorbereitete. Der Duft aus der Kombüse, gemischt mit Meerwasser und Freiheit verschaffte uns ein einzigartiges Erlebnis. Das folgende Abendessen zum Sonnenuntergang wurde mit dem am ersten Tag an der Straße gekauften Wein aus der Colaflasche begossen. Es schmeckte vorzüglich und über 4 Kilo Muscheln waren schnell verdrückt. Leider erwies sich 1 Klio als nicht genießbar und mußte entsorgt werden. Zum Nachtisch gab es noch diverse Drinks. Die Stille wurde nur noch durchbrochen von einem Fischerboot, das den Preis von 10 Euro für das Anlegen an die Boje verlangte, was von uns anstandslos bezahlt wurde. Schon gegen 22 Uhr machten wir uns in die Kojen, da am nächsten Tag die bislang längste Etappe unserer Reise in den Kornati Nationalpark und weiter zur Insel Zug anstand.
Die Bildergalerie des 4. Tages:
Die Reiseroute des 4.Tages:




























