Tag 3 - Von Hramina nach Skradin

TAG3 08.58 - Das bisschen Haushalt...lalalalala
TAG3 08.58 - Das bisschen Haushalt…lalalalala

Der Tag begann früh. Gegen 7 Uhr standen die ersten auf und machten sich auf zum Luxusnasszellenbereich. Danach genossen der “local guide” und ich einen Cappucino im Marinarestaurant. Nachdem dann noch frisches Brot gekauft war, gings ans Frühstück. Der Himmel war leider stark bewölkt und der Tag versprach weniger schön zu werden als der vorangegangene, was die gute Stimmung jedoch nicht eintrüben konnte. Unsere Bootsnachbarn wurden als Angestellte einer Firma im Finanzbereich identifiziert, was zum einen oder anderen lustigen Frühstücks-Kommentar taugte. Leider wurde der Plan das Nachbarschiff durch unseren Hafenbecken-Kampftaucher zu versenken verworfen. Und so liefen wir gegen 10:30 in Richtung Sibenik aus. Leider wurde das Wetter nicht besser. Bei leichtem Regen und mäßigem Wind konnten kamen wir unter Segeln unserem Tages-Ziel langsam näher. Entlang der Westküster der Insel Murter ging es dann gegen Mittag bei starkem Wind mit 7 Knoten zügiger voran. Das Boot peitschte mit Höchstgeschwindigkeit durch die ruhige See und der Wind fegte uns kühl durch die Kleidung. Die Teils extreme Krenkung der Yacht verhieß eine sportliche Fahrt hart am Wind. Wir kamen gut voran.

Die zügige Fahrt endete in der Bucht vor der Kanaleinfahrt nach Sibenik bzw. Skradin in einer wahrhaftigen Flaute. Da man durch den Kanal sowieso nur mit Motor fahren darf ging es aber mit Dieselunterstützung bald wieder besser voran. Vorbei an einer alten Festung, die einst den Kanal schützte, der zur fjordähnlichen Bucht von Sibenik führt, fuhren wir langsam auf die Stadt zu. Die Küste hier hatte eine spannende Gestalt, eröffneten sich doch immer wieder enge Durchfahrten und Aussichten auf die karstigen und sparsam bewachsenen Berge der Umgebung. Die Stadt mit mehreren alten Besfestigungsanlagen und neuzeitlichen Hochhäusern erschloß sich dem Auge mit jeder Biegung der Durchfahrt ein wenig mehr. Der Kanal war recht eng und führte direkt auf die Stadt zu. Eine Ampelanlage für die Berufsschifffahrt stand zwar auf Rot, dies hinderte aber die vielen Yachten nicht daran die Passage zu nehmen. Leider verhieß unsere Fahrtrichtung wettertechnisch nichts gutes. Dicke schwarze Wolken hingen über der Stadt und ihrem Hinterland, in dem sich unser Ziel Skradin befand. Kurz vor der Stadt öffnete sich der Kanal in ein weites Hafenbecken von dem aus sich eine etwas breitere Wasserschneise in Richtung Norden erstreckte. Wir nahmen diesen Weg und tuckerten unter dem lauten Hämmern unseres Bootsdiesel in Richtung Skradin. Von Skradin aus wollten wir die bekannten Wasserfälle im Nationalpark Krka besuchen. Der landschaftlich wirklich reizvolle Kanal wird von etwa zwanzig Meter hohen karstigen Felswänden eingefaßt, er mündet im See Prokljansko Jezero.

TAG3 16.30 - Postkartenmotiv Skradin
TAG3 16.30 - Postkartenmotiv Skradin

Die Landschaft weitete sich und unter einer Autobahnbrücke hindurch ging es durch einen weiteren engen Kanal zum malerischen Zielhafen Skradin. Nach einem mustergültigen Anlegemanöver besuchte der “local guide” erstmal den einheimischen Friseur. “Kampftaucher Braun” und der “Zahlmeister” machten einen Ausflug zur verfallenen Festung von Skradin oberhalb des Ortes. Der “local guide” gesellte sich zur Wandergruppe hinzu und es wurde ein netter Ausflug bei dem man Spuren des Bürgerkrieges zu sehen bekam, die wirklich nachdenklich stimmten. Zum Einen war da eine ausgebrannte serbisch-orthodoxe Kirche, samt eingeebnetem ehemaligen Friedhof. Dazu waren diverse Häuser zerstört, in denen vor dem Krieg mutmaßlich die Serbische Bevölkerung des Ortes gelebt hatte.

Skradin stellte sich als wahre Touristenfalle heraus, die vor allem vom Yachttourismus lebte. Dementsprechend war die Restaurantwahl schwer und von durchgängig extrem hohen Preisen geprägt. Es hatten sich wohl Kartelle zum Abmelken der betuchten Yachties gebildet. Wir entschieden uns für das Restaurant “Zlatine Skoljke” (www.zlatne-skoljke.com) mitten im Dorf. Es lag vor allem dem “local guide” wegen seiner lokalen Spezialitäten und vor allem aufgrund der sehr “überzeugenden” Bedienung am Herzen. Zur Vorspeise vertilgten wir zusammen 1kg Miesmuscheln, natürlich eingelegt in Weißwein und ausreichend Knoblauch. Doch das war für manche nicht genug. Wieder einmal wurde von “Kampftaucher Braun” und dem “local guide” massiver Knoblauch-Mißbrauch geübt. Es gab für die Herren einen lokalen Aal über den ein Öl gegossen wurde in dem ungefähr 17 halb aufgelöste Knoblauchzehen schwammen. Dies sollte noch Folgen haben. Auch der Skipper bediente sich einer lokalen Spezialität mit Hausgemachten Nudeln. Für den “Zahlmeister” gab es ein wunderbar zartes Beefsteak. Das Essen war durchweg hervorragend, die Kosten weniger. Die Bezahlung der Rechnung über unglaubliche 755 Kuna (ca. 107 Euro) wurde mit einem Kräuterschnaps belohnt, den man in Deutschland wohl aufgrund des Alkoholgehalts nur über eine Apotheke hätte beziehen können.

TAG3 17.24 - Skradin hinterer Ortsteil mit serbischer Kirche
TAG3 17.24 - Skradin hinterer Ortsteil mit serbischer Kirche

Satt, zufrieden und gut gelaunt waren wir gegen 23 Uhr wieder an Deck unseres Bootes. Für einen Absacker hatten wir uns noch draußen zusammengefunden, als unser knoblauchsüchtiger “local guide” mit einem “Obacht” die negativen Seiten seines kulinarischen Tuns ankündigte. In der Schrecksekunde kreisten tausende Gedanken durch meinen Schädel die von Feuerwehr rufen bis ins Wasser springen reichten. Die Crew stob auseinander. Schreie, Hektik und Verzweiflung. “Kampftaucher Braun” und ich sprangen über Bord auf den Steg. Der Skipper ergab sich seinem Schicksal und wand sich vor Schmerz, nur der “local guide” konnte kaum mehr atmen vor Lachen, als ob das Ausmaß seines Tuns noch in irgendeiner Form mit Humor zu nehmen gewesen wäre. Aber ganz im Ernst, die Konsequenzen von “Obacht” waren unter freiem Himmel und unter starkem Wind furchterregend und unmenschlich. Kaum auszudenken wären die Folgen gewesen, hätten wir den Absacker in der Kajüte eingenommen. Nachdem sich die Folgen gelegt hatten gab es eine kurze Aussprache zum Thema Verdauung, Knoblauch und Disziplin, die ergebnislos in den Rückzug der Crew in die Kojen mündete.

Die Bildergalerie des 3.Tages:

TAG3 07.57 - Schlechtes WetterTAG3 08.58 - Das bisschen Haushalt...lalalalalaTAG3 11.05 - Bei jeder Witterung hart am WindTAG3 11.55 - Relaxen an BordTAG3 14.01 - Festung vor SukosanTAG3 14.14 - Kanal im Hintergrund SukosanTAG3 14.30 - Local Guide und BlackberryTAG3 14.44 - Skipper und CO-SkipperTAG3 15.03 - Fjord nach SkradinTAG3 15.14 - Im Kanal nach SkradinTAG3 15.30 - Immer gut entspannenTAG3 15.57 - Vor SkradinTAG3 15.58 - Super Stimmung kurz vor SkradinTAG3 16.00 - Fertig zum Anlegen in SkradinTAG3 16.15 - Manoeverschluck zum AnlegenTAG3 16.30 - Postkartenmotiv SkradinTAG3 17.03 - Skradin von obenTAG3 17.07 - Auf der Festung ueber SkradinTAG3 17.14 - local guide vor Flagge in SkradinTAG3 17.15- Kampftaucher braun ueber SkradinTAG3 17.24 - Skradin hinterer Ortsteil mit serbischer KircheTAG3 19.01 - Skradin DorfplatzTAG3 19.52 - Strassen von Skradin

Die Reiseroute des 3.Tages: