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- Tag 1 - Anreise von Stuttgart nach Sukosan
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Tag 1 - Anreise von Stuttgart nach Sukosan
Die Nacht endete schnell für die Segelcrew. Aufstehen um 03:00 Uhr. Treffpunkt 04:00 Uhr am Parkhaus in Stuttgart Möhringen. Dank der Thule Dachbox Modell “Antique” von “Kampftaucher Braun” konnte auch das Damenübergepäck mittransportiert werden.
Der Weg die Dachbox zu montieren war allerdings steinig. Vorausplanend hat die Reiseleitung den “local guide” beauftragt beim Fuhrpark einen Dachträger für die B-Klasse zur Entleihung zu bestellen. Leider hatte der “loacl guide” die Öffnungszeiten des Fuhrparks UT von 9-17 Uhr nicht vollständig gelesen. Denn ganz deutscher Großkonzern stand im Kleingedruckten, dass die Abholung nur bis 16 Uhr möglich sei. Beim Versuch am Mittwoch vorher den Träger auch noch um 16:30 Uhr zu bekommen, wurde dies lapidar mit dem Satz “…da müsste ich ja den Rechner nochmal hochfahren” abgewiesen. Somit musste auf anderem Wege ein Träger besorgt werden. Dem “Skipper” gelang dies schließlich durch sein weitreichendes informelles Netzwerk. Die nächste Hürde war die Montage der Box. Hier mussten Stahlplatten aus dem Baumarkt helfen. Die fachmännisch montiert für eine felsenfeste Individualmontage sorgten. Somit konnte auch das Übergepäck für 4 Personen mitgenommen werden. So starteten wir über die leere A8 in Richtung Salzburg. Den ersten Tankstop machten wir am Irschenberg hinter München. Dort wurde getankt, die österreichische Autobahnvignette gekauft, sowie kurz gefrühstückt. Dann ging es schnurstracks weiter Richtung Österreich. Nach etwa 10 km kam unserem “local guide” in den Sinn, dass er beim bezahlen nirgends unterschrieben hatte. Die Schlußfolgerung war klar: Als wähnte er sich schon auf dem Balkan mit seinen eigentümlichen Sitten und Gebräuchen, hatte er die Tankrechnung geprellt und lediglich sein Frühstück bezahlt. Die Angst spätestens bei den Grenzkontrollen nach Kroatien deswegen in ein dunkles Kellerverlies für Kriegsverbrecher gesperrt zu werden ließ uns schnurstracks umkehren. So hatten wir 20km verloren, aber immerhin war die Staatsanwaltschaft noch nicht verständigt worden, was einzig der Tatsache der frühen Tankzeit zu verdanken war. Die Schuld war schnell getilgt und so ging es weiter Richtung Kroatien.
In rekordverdächtiger Fahrzeit erreichten wir, nur von diversen österreichischen Mautstellen gebremst gegen Mittag Slowenien. Weiter gings die Alpen zurücklassend über Laibach in Richtung Zagreb. Beim Passieren der Grenze zu Kroatien wurden wir vom Zöllner in seiner Operettenuniform freundlich durchgewunken. Mit der Einreise nach Kroatien verließen wir auch die Eurozone. Die nun gültige Währung hieß Kuna. Die fälligen Autobahngebühren bezahlten wir vom der Währungsreserve des “local guide”.
Auf dessen Anraten hin hatten wir auch Bargeld in Euro mitgenommen, da er uns eine Vielzahl von Wechselstuben mit günstigen Kursen versprochen hatte. Was vor allem “Kampftaucher Braun” interessierte waren die Spuren des Bürgerkriegs. Auch hatten wir mit dem Tanken gewartet bis wir im billigen Kroatien waren. Ganz Schwaben wußten wir, dass abseits der Autobahn der Sprit nochmal deutlich billiger war. So verließen wir die Autobahn im Grenzgebiet zur im Krieg stark umkämpften Kraina, um Treibstoff zu tanken und nach Einschußlöchern Ausschau zu halten. Die Fahrt Abseits der Autobahn wurde zum Nervenspiel. Der nahezu leere Tank meldete sich immer wieder mit weiter reduzierten Reichweitenwarnungen, um schließlich nur noch mit einem plakativen Tankicon um Sprit zu betteln. Aber im dünn besiedelten Nachkriegsgebiet war keine Tankstelle auszumachen. Dorf für Dorf zuckelten wir im 6. Gang und höchsten Spritsparmodus von Dorf zu Dorf. Nach ca. 30 Min, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, wurden wir mit nur noch wenigen Tropfen Diesel im Tank in der Ortschaft Gospic erlöst. Allerdings konnten wir nicht gleich tanken, wir braucheten nämlich noch kroatisches Geld. Um zu Tanken wurde deshalb ein naher Bankomat mißbraucht. Sowohl der “local guide” als auch der Skipper besorgten ausreichend Geld der kroatischen Währung Kuna. “Kampftaucher Braun” und ich verließen uns weiterhin auf die beruhigend vielen Wechselstuben im Zielgebiet von Zadar bzw. Sukosan. Auf dem Weg zur Autobahn konnten wir dann voller touristischer Begeisterung diverse zerstörte und verlassene Häuser begutachten. Der Weg führte weiter durch im Bürgerkrieg vermintes Gebiet, in dem von Pinkelpausen im Unterholz dringend abgeraten wird…. Am Wegesrand hatten wir viel Spaß mit einem ausrangierten Truppentransporter, der den Namen Kresimir trug und an eine kleinere Schlacht erinnerte.
Der Rest der Reise verging wie im Fluge nachdem wir die Autobahn wieder erreicht hatten. Nachdem der “local guide” vom Verkauf von selbstgebranntem Slibowitz durch lokale Hinterhof-Erzeuger unter irgendwelchen Brücken im Hinterland vorgeschwärmt hatte, konnte die Crew nicht vom entsprechenden Umweg überzeugt werden. Deshalb wurde stattdessen an einem Schild am Straßenrand, daß zum Ankauf selbst gebrannter Alkoholika aufrief direkt gestoppt. Der “local guide” führte uns in den Garten eines Bäuerchens der uns in Latzhose und mit Rasentrimmer bewaffnet direkt Platz nehmen ließ und gleichzeitig seine Frau in den Keller zum Alk holen schickte. Wir probierten uns nun durch etliche Flaschen selbstgebranntem Schnaps, der einem zum Teil die Zehennägel aufrollen ließ. Der Hinweis, daß der Kräuterschnaps quasi Medizin sei überzeugte uns nicht, von dessen Genießbarkeit. Vielmehr mußten Verätzungen des Rachenraums befürchtet werden. Nachdem wir also nicht sonderlich begeistert waren zündete der Mann sich eine Zigarette an und schickte seine Frau erneut in den Keller. Die brachte eine Flasche Jack Daniels herauf, die mit einer schwarzen, altölähnlichen Substanz befüllt war. Sie musterte die Flasche kritisch, zeigte sie ihrem Mann und beide rochen hinein. Sie machen keinen sonderlich sicheren Eindruck und konnten keine Erklärung über den Inhalt der Flasche abgeben. Auch unterließen sie eine eigene Probe ihres Gebräus. Vielmehr stellte sich “Kampftaucher Braun” freudig als Versuchskaninchen zur Verfügung und bescheinigte dem dickflüssig schwarzen Stoff immerhin eine relative Trinkbarkeit und Alkoholgehalt. Der Rest der Crew erklärte nach einer Geruchsprobe und ob der Unentschlossenheit des Verkäufers, eine genaue Erklärung hinsichtlich seines Produktes abzugeben, ihre Ablehnung. Für trinkbar befunden wurde schließlich ein Likör, in dessen Flasche sich eine verschrumpelte Frucht befand, deren Aussehen und Konsistenz an ein eingelegtes Phallussymbol erinnerte. Er wurde “Eselsschnaps” getauft. Zudem wurde ein Wein eingekauft der ein einer 2l Colaflasche abgefüllt war. Wir sollten noch viel Freude mit unseren lokalen Alkoholika haben.
Den Yachthafen von Sukosan und auch unser Boot fanden wir ohne Umwege. Während der “Skipper” sowie “Kampftaucher braun” das Boot übernahmen machten sich der “Zahlmeister” und der “local guide” zum Proviant fassen auf. Wir suchten den Lidl in Sukosan auf wo wir alle notwendigen Einkäufe für unsere Reise tätigten. Es mussten Grundnahrungsmittel, Lebensmittel fürs Frühstück, sowie Getränke für den Tag aufgenommen werden. Aufgrund der überraschend hohen Lebensmittelpreise bei Lidl Croatia, wurde die Rechnung ziemlich hoch. Vielleicht lag es auch an der reichhaltigen Auswahl an Alkoholika. In jedem Fall schrumpfte die Kasse sogleich um einen sehr großen Betrag. Vor allem die Vorräte in Landeswährung waren zur Neige gegangen. Schön, dass es laut “local guide” im Nahen Zadar so viele Wechselstuben gab. Nachdem die Lebensmittel an Bord geschafft waren, machten wir uns zum Abendessen und Geld wechseln nach Zadar auf. Das Thema Essen war ein großer Erfolg. Rückblickend speisten wir hier hervorragend und zum günstigsten Preis der Reise. Das Thema Geld wechseln hingegen geriet zum totalen Reinfall, da keine Wechselstuben auszumachen waren und die lokalen Banken abends um sieben längst geschlossen waren. So machten wir uns nach einem langen Tag müde und satt auf den Weg in die Kojen im Yachthafen von Sukosan.
Die Bildergalerie:
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